Hinterzarten

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Moorlehrpfad – auf knarrenden Bohlen durchs Hinterzartener Moor

Wer den Hinterzartener Moorlehrpfad betritt, ahnt vielleicht nicht, dass er seinen Fuß gerade in den größten Moorkomplex im Schwarzwald setzt.

Von den insgesamt rund 100 ha stehen 82 ha unter Naturschutz. Wie der Titisee ist das Hinterzartener Moor ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Nach dem Rückzug des Feldberggletschers vor ca. 10000 Jahren verlandeten im Hinterzartener Becken mehrere kleine Seen zu Mooren. Im Lauf der Jahrtausende wuchs deren Torfdecke auf bis zu 3 m Mächtigkeit an und wölbte sich auf, wobei sie den Kontakt zum Grundwasser verlor. Es ist diese Hochwölbung, der Hochmoore ihren Namen verdanken, und nicht etwa ihre Höhenlage. So gibt es im Hinterzartener Moor sowohl Hochmoor- als auch Niedermoorbereiche. Dabei hatte auch der Mensch den Spaten im Spiel, denn der östliche Teil des Moors wurde um 1920 für einen kurzlebigen Torfabbau abgeholzt und entwässert. Die Renaturierungsmaßnahmen der letzten Jahre sollen einer weiteren Austrocknung des Moorsentgegenwirken. Es bietet nicht nur eine schützenswerte Nische für Pflanzen- und Tierarten, die sich an den Nährstoffmangel im Hochmoor angepasst haben. Im Torf werden zugleich Pollen und Pflanzenreste der letzten 10000 Jahre konserviert – ein Langzeitarchiv der Klima- und Vegetationsgeschichte von unschätzbarem Wert.

Wenn man jenseits des Bahnübergangs in den Moorlehrpfad einsteigt, hat man freie Wahl zwischen Rund- und Querweg. Auf dem Rundweg gewähren aber nur wenige Waldlücken Einblicke ins Moor. Richtige Mooratmosphäre kommt erst auf dem Querweg auf, dessen Holzsteg das Zentrum des Hochmoors begehbar macht. Mit etwas Glück kann man hier einen Blick auf den fleischfressenden Sonnentau oder die seltenen Falter- und Libellenarten erhaschen, auf jeden Fall aber auf die zahlreichen Infotafeln zu Flora und Fauna. Trotz der Nähe zum Ort und zur Bundesstraße fühlt man sich hier bisweilen in eine andere Welt versetzt.

Autor: Stefan Krauss

Holzsteg
Holzsteg

Weitere Informationen

TIPP

Von der "Schneck" genannten Fußgängerbrücke über die B 31 bietet sich ein schöner Überblick über das Moor und das Hinterzartener Becken.