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Anfang und Erbauung der Pfarrkirche

Die Pfarrkirche war ehmals von einem kleinern Umfange als izt und blos eine Kappelle. Erst nach und nach wuchs sie zur gegenwärtigen Form und Größe. Aus welchen Beweggründen und auf welche Veranlaßung die Erbauung der Kappelle unternomen worden sei, läßt sich aus Mangel belehrender Urkunden nicht bestimen. Beruhte aber die alte gemeine Sage, daß sich auf dem itzigen Wittum im sogenannten Schwefelmättle ein Schwefelbad oder Schwefelbrun vorgefunden habe, und ehemals als Gesundbruon häufig besucht worden sey; beruhete diese freilich mit keinen evidenten Beweisen unterstützte Volkssage, auf Wahrheit, so würde sie auch die Vermuthung rechtfertigen, daß eben dieser Schwefelbrun die Erbaung der Kapelle veranlaßt habe. Die Kranken Pilgrime erfuhren nämlich dieses Brunens heilende Kraft, sahen vielleicht bey demselben ein Marienbild aufgestellt; hielten also vermög des natürlichen Hanges zum Wunderbaren die Wirkung des Wassers für mirakulös, und eigneten sie der Hilfe und dem Beystande der Mutter Gottes zu; Der Ruf von geschehenen Wundern verbreitete sich, vermehrte die Pilgrime, erwekte in den vertrauungs- und dankvollen Herzen den Wunsch eines mehr ausgezeichneten Gnadenorts; die Bewohner der Gegend ergriffen die günstige Gelegenheit zu einer Unternehmung, deren Ausführung große Vorteile versprach; und so wurde der Grund zu einer Wallfahrt angelegt, welcher die für die Mirakel geltende Kuren des Schwefelbrunen Aufnahme und zahlreichen Besuch der Pilgrime verschafften.

Diese dem damalingen Zeitgeiste entsprechende Meinung erkläret die Veranlassung zur Erbauung einer Kappelle besser als irgendeine. Der Ort mußte schon vorher in den Augen des Volkes für wunderthätig, für ein Gnadenort gelten; sonst wäre es Niemand eingefallen, in dieser damals unkultivierten Gegend eine Kapelle zu bauen; Der Bau wäre nicht von so vielen Leuten hohen und niedrigen Standes, in der Nähe und Ferne, durch freywillige Beysteuren, durch milde Gaben unterstüzt worden; durch die Erbauung allein hätte noch keine Wallfahrt errichtet, keine Pilgerschaft herbeygezogen werden könen; und doch beweisen selbst einige der Gaben, daß der Ort schon beym ersten Anfang der Kappelle im Rufe einer Wallfarth gestanden seyn müsse.“

Es heißt, dass der Brunnen im Schweden- oder Franzosenkriege mit Leichnamen angefüllt worden und verdorben sei. Die Quelle im Schwefelmättle versiegte endgültig Mitte des 20. Jahrhunderts beim Bau der Straße.

So wurde im Jahre 1416 die Wallfahrtskirche Maria in der Zarten, vermutlich auf oder über eine bereits bestehende Kapelle gebaut. Hinterzarten, St. Oswald im Höllental und Breitnau bildeten eine einzige Pfarrei mit Sitz in Breitnau.

Erst 1799 genehmigte Kaiser Franz II., der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Wien, die Loslösung Hinterzartens von Breitnau, was der damalige Pfarrer Magon mehr als nur verärgert hinnahm. 1600 wurde das angebaute Langhaus erhöht und vergrößert.

1722 erst verband man Turm und Langhaus durch einen Chor.

1732 erhielt der Turm seine jetzige Form mit Aufsatz und Zwiebelhaube. Der gesamte Komplex bestand in dieser Form bis 1962.

Das „Schiff“ wich 1963 einem „Zelt Gottes.“

Die auffallende Architektur vereint Tradition und Moderne bildhaft gesprochen zu einem Gleichnis. Die Kirche Maria in der Zarten mit ihrem Zwiebelturm und der großen naturbelassenen Kirchwiese in der Dorfmitte sind Wahrzeichen, Ausdruck und Seele des Dorfes.

Quellen: Hinterzartener Schriften; Band 6; Hinterzarten im 20. Jahrhundert p.313-351 und Hinterzarten, Vincenz-Zahn-Chronik, beide Stadler Verlag

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Weitere Informationen

Die gemeinsame Bücherei der kath. Pfarrgemeinde und der Gemeinde Hinterzarten befindet sich im Pfarrzentrum. Hier können Einwohner und Gäste Bücher, Hörbücher, Spiele und DVD's ausleihen. Die Ausleihe ist kostenlos.