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Die evangelische Kirche Hinterzarten

Im Jahr 1885 nimmt die evangelische Kirchengemeinde mit dem Zuzug der ersten evangelischen Bürger nach Hinterzarten ihren Anfang.

Ab dem 13. August 1914 werden vierwöchentlich evangelische Gottesdienste vom Neustädter Pfarrer in Hinterzarten gehalten. Zwei Wochen davor, am 1. August 1914, erklärte Kaiser Wilhelm II. Russland den Krieg, damit tritt das Deutsche Reich als Bündnispartner Österreich-Ungarns in den 1. Weltkrieg ein.

Am 16.9. 1920 wird die evangelische Diasporagemeinde Hinterzarten errichtet. 15 Jahre später am 31.10.1935 wird der erste evangelische Pfarrer der Gemeinde, ein junger Pfarrer namens Martin Huss, in Hinterzarten erwartet. Martin Huss prägte die Jakobusgemeinde Hinterzarten, die gemeinsam mit der Andreasgemeinde Feldberg-Titisee die Evangelische Kirchengemeinde Hinterzarten bildet, über viele Jahre, ja Jahrzehnte hinweg maßgeblich. Neben der Betreuung der wachsenden Kirchengemeinde fiel ihm auch die Aufgabe des Religionsunterrichtes an der Schule Birklehof, sowie in den Volksschulen von Hinterzarten, Titisee, Altglashütten und Saig zu. Nun hatte die rasch anwachsende evangelische Gemeinde zwar einen Pfarrer, aber kein Kirchen- oder Gemeindegebäude, geschweige denn eine Pfarrwohnung.

Die Ökumene prägte bereits zu Beginn das Verhältnis der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Hinterzarten. So konnte Pfarrer Huss durch Vermittlung des katholischen Pfarrers Wetzel beim Ordinariat in Freiburg ein Grundstück in der Ortsmitte im Adlerweg erwerben.

Trotz des Verbots des Reichsstatthalters Wagner gelingt es Martin Huss durch großen persönlichen Einsatz den Bau der Kirche in der Ortsmitte durch zu setzen. Allerdings wurde ein Dachreiter mit Glocke als weithin sichtbares Zeichen einer Kirche untersagt.

Am 6. August 1939 kann die Kirche nach 11-monatiger Bauzeit, dank der Unterstützung durch einheimische Handwerksbetriebe, vom Landesbischof eingeweiht werden, wer ahnte wohl zu diesem Zeitpunkt, dass am 1. September der II. Weltkrieg beginnen würde…

Am 22.12. 1944 wird das Gemeindehaus von einer Bombe getroffen, wie durch ein Wunder kommt niemand zu größerem Schaden.

Nach dem Krieg wächst die Kirchengemeinde zusehends, die Kirche ist zu klein.

Am Sonntag, den 29. 10.1961 wird der Grundstein für einen neuen Kirchenbau im ehemaligen Pfarrgarten unterhalb des alten Gemeindegebäudes gelegt. Eingelassen in den Grundstein, der als Bodenplatte unter dem Altar liegt, ist eine Urkunde, die unter anderem den Namen der Kirche „Zu den Zwölf Aposteln“ bekundet.

1963 ist der Bau vollendet. Der etwas versteckt liegende Bau wirkt von außen unscheinbar, betritt man das Gebäude, fallen dem Besucher sofort die als Gesamtwerk einzigartigen, von Meister Uhrig geschaffenen Glasfenster ins Auge. Die vier großen Fenster aus buntem Glas setzen sich aus 112 Einzelfeldern zusammen, die über 100 Bilder beinhalten. Wir blicken auf das Paulus-, das Petrus- und das Johannesfenster, sowie das Fenster, „Der Lauf des Evangeliums durch die Welt“. In Anlehnung an die mittelalterliche „biblia pauperum“, die Armenbibel, stellen die Bilder das Leben Jesu und die zwölf Apostel dar. Die Glasbilder von Meister Uhrig „strahlen am Morgen, leuchten am Mittag, glühen noch in der späten Dämmerung“ (Zitat Pfarrer Ekkehard Zitt, Hinterzarten im 20. Jahrhundert, Stadler Verlag p.294).

Durch all die Jahre hindurch bewegte der fehlende Glockenturm die evangelische Kirchengemeinde. So scheiterte der Plan eines Glockenturmes in Form einer Schwarzwaldtanne in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrtausends am Einspruch von Nachbarn.

1989 packte die Jakobusgemeinde die Gelegenheit beim Schopf: Der Adlerweg wurde ausgebaut und verkehrsberuhigt. Im Zuge dieser Maßnahme entstanden die Pläne für das Glockenspiel, das heute den Platz vor der Kirche schmückt. Gemeinsam mit Pfarrer Zitt war es wieder Pfarrer Martin Huss, der federführend zur Planung, Gestaltung und Durchsetzung des Glockenspiels beitrug.

Die künstlerische Gestaltung des Glockenspieles übernahm Jo Emil Homolka aus Königsfeld im Schwarzwald. Seit dem 5. August 1990 weist das Glockenspiel den Weg zum Gotteshaus und erfreut Gäste und Besucher mit seinen Melodien.

Quellen; Hinterzarten im 20. Jahrhundert, Vom Bauerndorf zum heilklimatischen Kurort. Verlag Stadler p.283-313.

Weitere Informationen

Kontakt: 

Evangelisches Pfarramt Hinterzarten 
Pfarrer Hellmuth Wolff 
Adlerweg 13 
79856 Hinterzarten

Tel.: 07652-234
Fax.: 07652-5036

www.eki-hinterzarten.de